Ein neuer Weg Richtung Blasmusikkapelle
Vor gut einem Jahr habe ich mir, im Nachhinein betrachtet, ein zu sehr ambitioniertes Ziel gesetzt: in der örtlichen Blasmusikkapelle mitzuspielen. Damals war ich voller Motivation und überzeugt davon, dass ich mit genügend Ehrgeiz und intensivem Üben dieses Ziel schon bald erreichen würde. Doch mit der Zeit musste ich feststellen, dass andere nicht ohne Grund oft vier Jahre oder länger brauchen, um dieses Niveau zu erreichen – und warum es dafür auch eine Übertrittsprüfung gibt.
Natürlich war das zunächst etwas ernüchternd. Also habe ich mein Ziel kurzerhand um ein weiteres Jahr verlängert. Aufgeben kam für mich ohnehin nie infrage. Trotzdem stellte sich irgendwann die Frage: Gibt es vielleicht einen Zwischenschritt, der mir helfen könnte?
Und genau da kam mir eine Idee.
Wenn es für die große Kapelle noch nicht ganz reicht – warum dann nicht im Jugendorchester mitspielen?
Bevor ich diesen Gedanken weiterverfolgte, fragte ich zuerst meine Freundin, was sie davon hält. Ihre Antwort war sofort positiv:
„Das wäre sicher gut, denn dann lernst du bereits in einer Gruppe zu spielen.“
Das klang logisch. Denn alleine zuhause zu üben ist das eine – gemeinsam mit anderen Musikerinnen und Musikern zu spielen etwas völlig anderes.
Kurz darauf nutzte ich die Gelegenheit bei einem Konzert der Musikkapelle und fragte den Kapellmeister, ob es für ihn in Ordnung wäre, wenn ich im Jugendorchester mitspielen dürfte und ob er das ebenfalls für sinnvoll hält. Seine Antwort war erfreulich eindeutig: Aus seiner Sicht spricht nichts dagegen und er findet die Idee sogar sehr gut.
Seit Anfang April 2026 trainiere ich nun einmal pro Woche im Jugendorchester – und ich muss sagen: Das dort gespielte Repertoire hat es durchaus in sich. Mit Unterstützung meiner Freundin gelingt es mir aber, die Stücke nach und nach zu meistern.
Unter anderem Spielen wir folgende Stücke:
Für mich waren diese Stücke anfangs eine echte Herausforderung. Vor allem die vielen Pausen, das Tempo und auch die Triolen brachten mich regelmäßig ins Schwitzen. Ich merkte schnell, dass mir hier noch einiges an Routine fehlte.
Doch nach mittlerweile einem Monat intensivem Üben der insgesamt acht Stücke, die die Jugendkapelle Ende Juni aufführen wird, merke ich deutliche Fortschritte. Immer öfter gelingt es mir, beim Tempo mitzuhalten und große Teile gemeinsam mit dem Orchester mitzuspielen.
Besonders beeindruckt hat mich aber etwas anderes:
Wie herzlich mich die Kinder und Jugendlichen aufgenommen haben. Es ist alles andere als selbstverständlich, einem „höheren Semester“ zu erlauben, im Jugendorchester mitzuspielen. Umso dankbarer bin ich für diese Offenheit und Unterstützung.
Dafür einfach einmal ein großes:
DANKE!
Ich freue mich schon sehr darauf, diesen Weg weiterzugehen – Schritt für Schritt, Note für Note.






