Zum zweiten Mal hat es leider nicht geklappt, einen Platz an der Musikschule zu bekommen. Kurzfristig war die Enttäuschung da – ich hatte gehofft, fast ein wenig darauf gebaut, dass hier ein größerer Fortschritt möglich wird. Umso wichtiger ist es für mich, ehrlich zu sagen: Es läuft trotzdem. Und zwar gut.
Mittlerweile habe ich angefangen, das Repertoire der großen Musikkapelle zu üben. Das ist ein Schritt, der mir vor ein paar Monaten noch undenkbar erschien. Möglich macht das vor allem eine Person: Meine Freundin. Sie ist immer da, wenn ich an einer schwierigen Passage hänge, und hilft mir geduldig dabei, sie zu meistern. Diese Unterstützung ist für mich kein Selbstverständnis, sondern eine große Hilfe, die ich sehr schätze.
Was sich in den letzten Wochen verändert hat, ist schwer in ein paar Worten zu fassen. Man hat manchmal das Gefühl, dass man stagniert. Aber das stimmt nicht. Mit jedem Tag wird man ein kleines Stück besser – so klein, dass man es im Moment kaum spürt. Am deutlichsten merke ich es, wenn ich mir ein Stück vornehme, mit dem ich mich vor Wochen beschäftigt habe. Plötzlich liegt es leicht in der Hand. Und – das war der echte Aha-Moment – ich kann plötzlich darauf achten, wie ich betone und wie mein Klang wird. Bei aktuellen Stücken ist oft noch kein Platz dafür. Die sind so komplex, dass ich froh bin, wenn ich die Noten schnell genug lese und die Finger an die richtigen Griffe bekomme. Aber bei den älteren Stücken ist plötzlich Raum für Klang, für Dynamik, für die kleinen Dinge, die Musik wirklich ausmachen.
Um dieses Selbsthören zu unterstützen, habe ich meine technische Ausrüstung um ein Mikrofon erweitert: das OC16 von Austrian Audio. Damit kann ich mich jetzt einfacher und präziser aufnehmen und mich selbst bewerten und korrigieren. Wer hört, was er wirklich macht – und nicht das, was er glaubt, dass er macht –, kann viel gezielter nachjustieren. Das ist ein kleines Werkzeug, das einen großen Unterschied macht.
Und ansonsten? Ich freue mich jeden Tag darauf, das Saxophon in die Hand zu nehmen und drauf zu spielen. Ich habe mir eine kleine Routine aufgebaut, die mir Struktur gibt: Ich beginne immer mit Longtones – erst mezzoforte, dann pianissimo, dann forte, ungefähr zehn Minuten. Manchmal baue ich Growling ein, manchmal arbeite ich ein wenig am Vibrato. Danach nehme ich mir immer eine Tonleiter vor und spiele anschließend den Dreiklang, bevor ich mich den Stücken widme. Auch bei diesen Übungen achte ich sehr auf meinen Ansatz und meinen Klang und versuche ansonsten möglichst entspannt und sauber zu spielen. In Summe spiele ich meistens eine Stunde, an den Wochenenden oft mehr.
Die Musikschule wäre ein nächster Schritt gewesen. Aber ich bin auch hier. Und ich komme voran, Tag für Tag. Ich bin gespannt, wohin mich diese Reise mit dem Saxophon noch führen wird.

Tutorial von Jamie von „Get your Sex together„. Link: YouTube Video
Vorbild „Yarden Saxophon“. Link: YouTube Video
Vorbild „Jimy Sax“. Link: YouTube Video






